Sie sind uns so ähnlich.

Die Zeit verrinnt.

Sieben Tage bin ich jetzt wieder in der Heimat. Doch die Bilder, vor allem die im Kopf, die bleiben, oder besser gesagt, sie entstehen erst. In Afrika sammelte ich ungaublich viele Eindrücke. Oft zu viele um diese überhaupt zu realisieren oder zu verarbeiten. Wie schon im vorherigen Blogeintrag beschreiben, war das am prägendsten Erlebnis dieser Reise wohl die Begegnung mit den Berggorillas.

Früh morgens in Kinigi, am Fuße der Virunga Gebirgskette werde ich von meinem Fahrer abgeholt. Es geht zum Hauptquartier des Volcano National Parks. Hier werde ich einer Gruppe zugewiesen. Es gibt zur Zeit 12 Gorillagruppen, welche von Menschen besucht werden dürfen. Pro Gruppe sind max. 8 Personen zugelassen. Der eigentliche Aufenthalt bei den Gorillas beträgt höchstens eine Stunde, um das Verhalten der uns Menschen so ähnlichen Tiere nicht zu verändern. Diese Art von Gorillas gibt es nur noch hier im Virunga Gebirge.

Ich habe Glück, denn mit mir sind nur drei weitere „Touristen“ in meinem Team. Zusätzlich begleiten uns ein Ranger, drei Spurenleser, zwei bewaffnete Soldaten, sowie drei Träger.

Mit dem Geländewagen geht es dann ca. 45 min durch zum Teil fast unfahrbaren Straßen Richtung Ausgangspunkt. Von hier aus geht die Wanderung los. Wir befinden uns bereits auf einer Höhe von über 2.500 m. Von hier aus gibt es nur eine Richtung: „Bergauf“. Über Wiesen und Felder wandern wir schließlich hinein in den Dschungel. Von nun an dürfen wir nur noch flüstern. Wir müssen alle eng zusammenbleiben. Es werden die letzten Verhaltensregeln erklärt. Wir dürfen uns der Gorillas nicht näher als 7m nähern. Später stellt sich heraus, dass es in dem dichten Gebüsch gar nicht immer möglich ist, diesen Abstand einzuhalten. Mit Macheten schlagen die Spurenleser uns den Weg frei. zwei Stunden später ist es dann soweit. Die Nervosität liegt in der Luft. Wir haben sie gefunden.

Es raschelt hinter uns im Gestrüpp, der nächste kommt heraus. Alles geht so schnell. Wir sind mitten drin. Zum Teil nähern sie sich uns auf bis nur mehrere Zentimeter. Wir sind alle angespannt, haben Respekt, manchmal auch Angst, sind aber auch einfach nur fasziniert und überwältigt zugleich. Es ist so erstaunlich zu sehen, wie ähnlich uns diese Gorillas sind. Sie scheinen zum Teil  völlig unbeeindruckt von uns zu sein. Diese Stunde verging wie im Flug. Diesen friedlichen Wesen so nah in ihrer wilden Umgebung zu sehen, unbeschreiblich. Sie vermitteln uns das Gefühl „Hey, ihr könnt gerne hier sein, aber „Der Boss, der sind wir!“ – Genau das zeigte uns ein Silberrücken in dem er einen Strauch umriss, mit beiden Händen auf seine Brust schlug und auf uns zu lief, jedoch dann noch abdrehte. Da waren wir bereits eine Stunde bei den Gorillas, nach welcher es auch schließlich zu Regnen begann. Das war der Zeitpunkt zu gehen. Beeindruckt, benommen und einfach nur sprachlos von dieser einzigartigen Begegnung ging es wieder zurück ins Tal.

  

Ja es war ein besonderer Tag.

 

 

 

 

One comment

  • Wow….was für Bilder…..was für eine Faszination…..was für eine Welt!!! Kompliment für diese Aufnahmen und Glückwunsch zu den einmaligen Erlebnissen/dem besonderen Tag in Ruanda!!! Ulli

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