Australien. Ein Roadtrip. Der Nordwesten.

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oder: …  von Krokodilen, Flussüberquerungen, Schluchten, endlosen Staubpisten und das Glück all das erleben zu dürfen.

Dieses Land hat mich von Anfang an verzaubert. Im Alter von zwölf bin ich in ein Reisebüro in Aalen und hab mir einen Reisekatalog über Australien besorgt. Natürlich wohl wissend, dass ich in den nächsten Jahren niemals nach Australien fliegen werde. Mit was denn auch? Gute 10 Jahre später im Jahr 2003 hat es dann tatsächlich geklappt. Ich flog nach Australien – für 364 Tage! Diese Reise hat  natürlich mein Leben verändert. Ich pflückte Obst auf Apfel-, Zuccini, Birnen und Chilliplantagen, putze nachts Reisebusse und arbeitet mittags auf einer Pferderennbahn in Darwin, oder für Kost und Logi auf einer Fisch- und sogar auf einer Krokodilfarm. Im Jahr 2012 begleite ich dann den Extremsportler Norman Bücher für ein Ultramarathon ebenfalls wieder nach Down Under. Und nun letztes Jahr im Oktober konnte ich endlich mein eigenes Fotoprojekt in Australien umsetzen. Und ich hoffe es war nicht das letzte. Dieses Land fesselt mich immer auf’s Neue. Es ist noch nicht zu Ende. Es ist erst der Anfang.


Die Reise.

8. Oktober 2018. Es ist noch dunkel in Darwin, ganz oben im Norden von Australien, als ich hier ankam. Völlig übernächtigt checke ich in der früh im Hostel ein, wo Timo übernachtet. Er sollte mich in den nächsten 3 Wochen dieser Reise begleiten. Darwin – Perth. Und dann als Zugabe Margeret River im Südwesten.


Meine Australien-Reise vom Oktober/November 2018 werde ich in drei Teilen aufteilen:

  1. Darwin – Derby
  2. Derby – Perth
  3. Margaret River

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Eines der Highlights dieser Reise begann schon kurz nach der Ankunft. Der Moment in dem wir den Landrover Defender in Empfang nahmen.

Per Zufall bin ich bei der Recherche auf den Vermieter Bear Rentals gestoßen. Ich hatte auf Vimeo einen Roadtrip/Surf Film aus Australien geschaut. Die Surfer fuhren mit diesem geilen Wagen durch das Outback. Ich war so angetan von dem Schlitten, dass ich mir eben genau diesen für meinen Foto-Road-Trip ebenfalls vorstellen kann. Der Kontakt mit Bear Rentals war von Anhieb sehr locker und als ich ihnen von meinem Vorhaben erzählte waren sie ebenfalls sehr begeistert von der Idee.


Dieses Auto sollte uns noch so einige Freude, viel Freude machen und manchmal auch etwas Geduld abverlangen. Alles im allen kann ich mir aber kein besseres Gefährt für diesen Trip vorstellen.


Für die ersten Tage hatten wir ziemlich viel Tage im Auto auf Achse eingeplant. Ach eigentlich war es sehr oft so. Die Sache war nur die, dass ich relativ schnell zu den Bungle Bungles in die Kimberley Region wollte um da noch die Neumondphase auszunutzen und den sagenumwobenen australischen Nachthimmel mit seinen südlichen Sternbildern fotografieren zu können.

Bis auf die wunderbaren Edith Falls im Nitmiluk National Park  im Northern Terretory spielt sich der komplette Roadtrip in Western Australia ab.


Die ersten Nacht unter freien Himmel.

Timo meinte, dass in Ellenberg der Himmel genauso strahlt wenn die Lichter auf den Straßen ausgehen. Vielleicht hat er recht, aber ich hab so einen satten Nachthimmel noch nirgendswo anders erlebt.

Calling Optimus Prime.
(irgendwo im Busch)

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Edith Falls bei Sonnenuntergang:
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Umgebung Edith Falls bei Nacht.

Dieser Himmel hat mich die Uhrzeit vergessen lassen. Ich bin viel zu spät ins Bett. Und wieder viel zu früh raus. Und das sollte sich die nächsten vier Wochen nicht ändern. Man lebt mit den Motiven, die Natur gibt den Tag/Nacht Rythmus vor.

Und wie so oft. Zu gewissen Uhrzeiten ist man auch an „touristischen Ecken“ alleine. Komplett alleine. Ich musste zwar nachts alleine ca. eine Stunde durch die australische Wildnis mit all Ihren tierischen Bewohnern  zurück ins Camp. Aber was soll mir schon passieren?

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Es war sehr heiß, sehr trocken. Und das spiegelte ich an den zahlreichen Buschbränden wieder:

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Die Fahrt von Darwin zu den Bungle Bungles hat 3 Nächte in Anspruch genommen. Da wir zu Beginn noch die Vorräte für die nächsten Tage einkaufen mussten und natürlich auch nicht mit dem Bleifuß herunterfahren wollten. Und außerdem ist es sehr schwierig und auch nicht angebracht Blind durch diese unglaubliche Landschaft zu fahren.


Und dann war es soweit. So lange habe ich davon geträumt. Bereits als 22 jähriger vor nun inzwischen schon 15 Jahren wollte ich da hin. Ich hatte Fotos gesehen, es war so entlegen, so schön und so einmalig auf der Welt. Doch um dort hin zugelangen benötigt man ein perfekt ausgestattetes Allradfahrzeug oder einen Hubschrauber/Kleinflugzeug. Ja und dann hatte ich endlich diese Chance. Magisch wäre für diesen Ort nicht gerechtfertigt. Dieser Ort ist mehr. Die Bungle Bungles im Purnululu National Park.

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Diese auf der Erde absolut einzigartige Felsformation ist atemberaubend. Die „Dome“ erinnern optisch an Bienenstöcke. Bis 1983 kannten diese Felsformationen nur wenige Aboriginis. Per Zufall entdeckte ein Filmteam diese Naturschönheit. Seit 2001 Unesco Weltkultur- und Naturerbe.


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Für die 50 km von der Hauptstraße ins Visitor Centre benötigt man für die 50 km Strecke ca. 2 Stunden. Alleine das sagt schon viel über den Straßenzustand. Aber genau das macht dieses Abenteuer im Outback eben auch aus. Da wir in der Trockenzeit reisten, waren die meisten Flussüberquerung trocken. Aber nicht alle. Auf eines kann man sich verlassen: „Durgeschüttelt zu werden, wie in einer Waschmaschine.“

Das Visitor Centre war nicht mehr geöffnet. Da am Ende der Trockenzeit die Temperaturen ins unerträgliche steigen (ich mag es ), kommen fast keine Touristen mehr in den Park.  Für mich genau richtig. An den Parkplätzen zu den Wanderungen standen nie mehr als 1-2 PKWs. Oft auch gar keines.


Bei den holprigen, rauen Straßen sollte der Reifendruck um einiges gesenkt werden.


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Und dann wurde es dunkel in den Bungle Bungles.
Natürlich ist es nicht immer so, dass man aus dem Auto aussteigt und fotografieren kann. Man muss eben auch einiges an Weg zu Fuß zurücklegen. Die Herausforderung ist hier bei Tag die unglaubliche Hitze. In der Nacht ist man damit beschäftigt in dieser Dunkelheit einfach „cool“ zu bleiben. Egal was mal wieder raschelnd an Dir vorbei springt/hüpft/kriecht oder was auch immer.


Diese zwei Nächte in den Bungle Bungles, ganz unabhängig von dem fotografischen Ergebnis gehören zu meinen bedeutesten Foto/Natuerfahrungen, die ich je gemacht habe. Fotografiert mit einem Stativ, einer langen Belichtung und alles andere mit zwei Taschenlampen ausgeleuchtet. Und dann war da natürlich dieser Nachthimmel …


 

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Gibb River Road.

Diese Straße steht für eines der letzten Abenteuer. 600 km unbefestigte holprige Straße. Mit unzähligen „Sideways“, Natur ohne Ende, Abgeschiedenheit, Wasserfälle, Kleine Weiher, Felsformationen, Schluchten, Flussüberquerungen und und.

Da auch hier schon einige Homestays, Roadhouses (viele gibt es ohnehin nicht) und manche Naturattraktionen geschlossen hatten (aufgrund Buschbrandgefahr oder saisonaler Schließung (Beginn der Regenzeit) entschieden wir uns die Gibb River Road ohne die großen Sideways wie bsp. die Mitchel Falls  zu befahren. Und ohnehin hatten wir uns für die 3 Wochen nach Perth noch viel vorgenommen. Am Ende sind mir mit allen Umwegen usw. 7000 km unterwegs gewesen.


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ok, eigentlich haben wir dann doch ein paar Abzweigungen genutzt wo die Straßen dann nochmals „deutlich“ schlechter wurden. Aber für was hat man einen „Defender“

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Diese Stille und diese Naturschönheiten sind von einer anderen Welt.


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Jurrasic Park:

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Werkstatt im Nirgendwo.

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Roadhouse im Nirgendwo.

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Bei diesem Roadhouse hielten wir uns beinahe 4 Stunden auf. Ich musste meine Akkus laden. Doch umsonst wollte die Dame mir diese Stromservice nicht anbieten. Ich musste dafür arbeiten. So entwarf ich auf die Schnelle ein Plakat mit den Öffnungszeiten für die Regenzeit. Sie hat mir einfach Ihren PC gezeigt und ich soll mir da was einfallen lassen. Was eine witzige und lustige Dame.  Ich muss immer noch beim Gedanken Lachen, das jetzt gerade in diesem Moment mein selbstgestaltetes Plakat irgendwo im Outback vor sich hinflattert.


irgendwo im nirgendwo (Mondlicht):

Das Beste am Campen im Outback ist einfach nachts, nach einem Tag voller Eindrücke, ein kühles Bier in der Hand zu haben (ja wir hatten auch einen Kühlschrank) und einfach über Stunden den Himmel und wie in diesem Falle die Landschaft im Mondlicht zu beobachten. Das ist großes Kino das süchtig auf eine tägliche Fortsetzung macht.


Die idyllische Bell Gorge:
Hier hätte ich Tage verbringen können.
Diese Wanderung morgens vor Sonnenaufgang hin bis zum Wasserfall mit der aufgehenden Sonnen war definitiv ein Highlight dieser Reise.

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Windjana Gorge:
Was für eine Vorstellung. Jeden Abend nach Sonnenuntergang versammeln sich hunderte von Krokodilen im Gewässer und warten bis die tausende Flughunde aus den Höhlen geflogen kommen um am Wasser zu trinken. Viele der armen Schlucker landen dabei in den Mäulern der Krokodile.

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Und dann war da noch Tunnel Creek
… warum hat uns eigentlich niemand erzählt dass es da auch Krokodile gibt?

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Ich konnte all die Eindrücke während der Reise nur teilweise verarbeiten.
Jeden Tag etwas unerwartet anderes. Beim durchschauen der Bilder werden die Erlebnisse für mich wieder lebendig. Es bleibt die Dankbarkeit. Unser Planet ist so großartig vielfältig.


Australien. Der Westen. Von Derby nach Perth.

Margaret River, … wo Wald Meer ist.


Lust auf einen Workshop in den Bergen?

3 Tage Fotografie Workshop in den Allgäuer Alpen – 21. bis 23. Juni 2019

 

 

 

Chris Frumolt

5 thoughts on “Australien. Ein Roadtrip. Der Nordwesten.

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